Alyssa León

Gastautorin des Monats

 

Im September begrüße ich nun als ersten Gast Alyssa León, Autorin von Western Mail Order.

Ihr Buch hat ein eher unübliches Thema, die Mail-Order Brides. Im Westen der USA konnte ein Mann Reichtum finden – aber kaum eine Frau. Neugierig? Mehr dazu findet ihr in der Leseprobe. Aber nun zur Autorin selbst, der ich einige Fragen gestellt habe:

 

Alyssa León über das Autorendasein

Das Schönste für mich als Autor ist, wenn ein Leser zu mir sagt: „Ich war so gefesselt, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.“ Oder: „Ich habe sogar geweint“.
Das sind Momente, die mein Autorenherz höher schlagen lassen, denn es ist genau das, was ich meinen Lesern schenken möchte: Ein paar schöne Stunden, fern vom Alltag, ein Eintauchen in eine andere Welt, mit den Charakteren lachen, leiden, hassen, lieben. Wenn mir das gelingt, ist es für mich wie ein wunderbares Geschenk. Denn dafür schreibe ich. Um meine Geschichten zu erzählen und Gefühle in meinen Lesern zu wecken. Nicht für Geld und Ruhm (wobei diese ja auch nicht schlecht wären J)

 

Wie wurde ich Autor und was schreibe ich:

Ich habe immer gern gelesen. Schon als Kind machte ich Nächte durch, wenn ein Buch besonders spannend war. Deutsch war immer mein Lieblingsfach und es gab nichts Schöneres für mich als freie Aufsätze. Meine Leidenschaft fürs Schreiben „ausserhalb der Schule“ entdeckte ich dann als Teenager. Damals war es noch – ziemlich unbeholfene – Lyrik, bald darauf folgte Fanfiction. Mit Anfang zwanzig schrieb ich dann meinen ersten „Kurzroman“ – eine Westernromanze, kaum recherchiert und voller Anfängerfehler. Wenn ich sie heute lese muss ich schmunzeln.

Leider ließen mir Studium, Beruf und Familiengründung danach nicht mehr viel Zeit, weshalb für mich das Schreiben wieder in den Hintergrund, aber niemals in Vergessenheit geriet.

Vor ein paar Jahren las ich dann ein Buch, dessen Ende mir nicht gefallen hat. Also, es war nicht nur der „Ausgang“ der Geschichte – es war die Art wie das Ende geschrieben war. Im Geist schrieb ich das Ende dann immer wieder um und hatte dauernd das Gefühl, es wirklich tun zu müssen. Es war wie ein Zwang.
Ich tat es nicht – und setzte mich stattdessen hin und schrieb meinen ersten eigenen Roman, der es immerhin auf etwa 300 Seiten brachte, aber noch nicht veröffentlicht wurde.
Es folgte mein Debütroman „Western Mail Order“, den ich 2015 im Selfpublishing veröffentlicht habe. Aus diesem Roman stammt auch die Leseprobe, das erste Kapitel.

Zurzeit arbeite ich an einem historischen Roman, der in der Eisenzeit spielt, und dessen erster Teil kurz vor der Fertigstellung steht. Es geht dabei um einen römischen Offizier, der in der germanischen Donauregion „strandet“. Mehr soll hier nicht verraten werden.

Mit einem anderen Projekt betrete ich gerade persönliches, schriftstellerisches Neuland, denn ich schreibe sozusagen einen Hybriden aus historischem und Fantasyroman – eine sehr interessante und spannende Sache. Dieses Werk steht aber noch ganz am Anfang.

Daneben habe ich noch eine Reihe „kleinerer“ Projekte angefangen, an denen ich immer mal wieder schreibe, wenn ich Ideen dazu habe.

 

Meine Motivation fürs Schreiben:

Seit ich wieder zum Schreiben gefunden habe, gehört es untrennbar zu meinem Leben. Ich kann daher auch nicht wieder einfach damit aufhören. Wenn mir Ideen in den Sinn kommen (meist ist das dann auch noch genau dann, wenn ich sie nicht sofort aufschreiben kann), müssen sie gesammelt und irgendwie dokumentiert werden, damit ich sie später verwenden kann. Gelingt mir das nicht, und ich vergesse den Gedanken, ärgere ich mich manchmal tagelang darüber.

Manchmal sehe ich ein Bild, oder lese eine Notiz in der Zeitung, irgendeine kleine zwischenmenschliche Geschichte, und ich bin inspiriert. Auch Musik, vor allem Klassik oder Film- und Trailermusik, lösen Bilder und Gedanken in mir aus, die ich dann in einer Geschichte verarbeiten möchte. Manchmal fallen mir auch Buchtitel ein, sie kommen mir einfach spontan in den Sinn und ich kann nicht eher ruhen, bis ich mir einen Inhalt zu dem potentiellen Roman ausgedacht habe. Ich habe auf diese Weise auch schon einmal eine Geschichte angefangen, die aus einem Autorenspiel bei Facebook entstanden ist.

Ruhe und Zeit zum Schreiben zu finden ist nicht so ganz leicht in einem turbulenten Haushalt mit zwei quirligen Kindern, Hund, Pferden und nicht zuletzt einem Ehemann, der ja auch ab und zu ein wenig Aufmerksamkeit beansprucht. J Dazu kommt ein Vollzeitjob in einem technischen Beruf, der mich sehr fordert.
Ich schreibe daher bevorzugt abends, oder ich suche mir, wenn Zeit und Wetter es zulassen, einen Rückzugsort in unserem wunderbaren Garten.

 

Zu meiner Person:

Hauptberuflich bin ich technischer Autor in einem der weltgrößten IT Unternehmen. Neben diesem doch ziemlich anspruchsvollen Job steht natürlich meine Familie an erste Stelle meines Lebens.

Da ich vielfältig interessiert bin und in meinem Leben schon viel Neues ausprobiert habe, habe ich etliche Hobbies, die ich, je nach Lust und Laune, mal intensiver mal weniger intensiv betreibe. Ich spiele zum Beispiel keltische Harfe, und beschäftige mich auch gern mit dem Verarbeiten von Wolle „von A bis Z“, das heißt vom Spinnen der Rohwolle bis hin zum Strick-, Web- oder Filzobjekt. Ich interessiere mich auch für alte Haustierrassen, weshalb unser Familienhund dann auch ein deutscher Spitz geworden ist – eine vom Aussterben bedrohte Rasse. Nicht zuletzt leben bei uns auch noch zwei Kaltblutpferde-Rentner.

Und ich lese natürlich immer noch für mein Leben gern. Hauptsächlich historische (Liebes-)Romane, aber auch mal Fantasy oder den einen oder anderen Contemporary Roman. Ein wirkliches Lieblingsbuch habe ich nicht, mag aber sehr gern die Werke von z.B. Penelope Williamson und Jennifer Donnelly.

 

Ich als Filmstar:

Wenn Serien auch zählen, würde ich sagen, „Game of Thrones“. Erstens finde ich die Serie unglaublich gut besetzt und ausgestattet, und es macht bestimmt einen Heidenspaß in eines der tollen Kostüme zu schlüpfen und sich an den unglaublich detailreichen Sets in eine andere Welt versetzt zu fühlen. Und zweitens ist es natürlich auch eine großartige Geschichte. Es ist schonungslos und schmutzig und derb und brutal – aber großartig. Man lebt ziemlich gefährlich in Westeros. Ich denke, ich wäre schon in Folge eins auf irgendeine merkwürdige Art gestorben, aber das wäre es mir wert gewesen.

 

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