Stadt der Geister – Ein Fall für Gregory Low – Leseprobe | Ein Wort zu viel - Der Story Blog

Stadt der Geister – Ein Fall für Gregory Low – Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Unerwarteter Besuch

14. Juli 1938: Weitere Geistersichtungen in der Straßenbahn. Bürgermeister Frank L. Shaw verspricht umgehende Untersuchung durch die Behörden …

Genauso dürftig wie die Schlagzeilen des Los Angeles Examiner war das Wetter. Es war Sommer – doch es regnete an vier von fünf Tagen in der Woche. Ich hatte mich mit einem Klienten am Wilson Building getroffen und dort feststellen müssen, dass mein Wagen nicht mehr ansprang. Vermutlich die Zündkerzen, sie mochten keine Feuchtigkeit, aber ich war kein Automechaniker. Deshalb ging ich zu Fuß den Wilshire Boulevard hinunter, in der Hoffnung, ein Taxi zu finden.

Es gibt Tage, die verflucht man schon nach dem Aufstehen. Dies schien einer dieser Tage zu werden. Anscheinend sah ich mit meinem zerknitterten Trenchcoat und dem nassen Hut weder wohlhabend noch vertrauenerweckend aus, jedenfalls hielt es kein einziger Taxifahrer für nötig anzuhalten. Erst nach einigen Blocks und gefühlten Tausenden Litern Wasser erbarmte sich ein gut gelaunter Chauffeur mit polnischem Akzent und brachte mich in Richtung Melrose. Knurrig gab ich ihm dort sein Geld und verfluchte im Stillen seine Zunft, die mich buchstäblich im Regen hatte stehen lassen. Um Geld zu sparen, war ich einen Block früher ausgestiegen und stapfte platschend auf das Bürogebäude zu. Als ich den klappernden alten Fahrstuhl verließ, tropfte ich den abgewetzten grünen Teppich im Flur voll und zog eine Spur missmutiger Nässe bis zu meiner Bürotür.

Gregory Low stand darauf, sonst nichts. Den Rest meiner Firmierung hatte jemand geklaut, sonst hätte man noch ein Messingschild mit der Aufschrift Ermittlungen natürlicher und übernatürlicher Art gesehen. Ich drehte den Türknauf – sie war offen, so wie immer. Mit einem Fuß stieß ich sie auf und betrat mein karges Vorzimmer, in dem ich normalerweise meine Klienten warten ließ. Wenn denn welche kamen. Hätte ich aber geahnt, wer diesmal auf mich wartete, wäre ich zu Hause im Bett geblieben.

Zwei Männer standen im Zimmer und fummelten bei meinem Eintreten hastig unter ihren Achseln herum. Der eine war wohl ein Boxer, ein gut gebauter, blasser Junge mit gebrochener Nase und zwei Ohren wie Rosenkohl. Der andere war schlank, groß, blond, er hatte eng stehende Augen und grinste behämmert wie ein schwachsinniges Wiesel. Beide trugen graue Anzüge aus teurem Stoff, die schlecht saßen. Der Boxer zielte mit dem Lauf einer Luger auf mich, der Lange kam plattfüßig an meine Seite.

»Sieh nach, ob dieser Kerl ein Eisen bei sich hat«, schnarrte der Revolverheld. Das Wieselgesicht befühlte sorgsam meine Taschen, fand nur meine Brieftasche und zog sie heraus.

»Ist er es?«

»Heißt Gregory Low. Privatlizenz. Scheint der Richtige zu sein.«

Er steckte meine Brieftasche wieder zurück, schlug mir leicht auf die Wange und platzierte sich hinter mir, um mir den Weg zu verstellen.

»Was soll das alles?«, fragte ich verärgert. »Will Camino etwas von mir?« Der Auswahl der Schläger und ihrer Konfektionsanzüge nach zu urteilen, konnten sie nur von einem bestimmten Mann geschickt worden sein.

Der Boxer pfiff durch die Zähne und hielt die Kanone weiter im Anschlag. »Ein schlaues Bürschchen. Ja, Camino will etwas von dir, Mr Low. Wir bringen dich zu ihm.«

»Er hätte auch anrufen können, er hat meine Nummer.«

»Wir sollen nur sichergehen, dass du wirklich kommst, Low. Er will dich sofort sehen. Und sofort heißt … äh …«

»Sofort?«, half ich aus und entspannte mich etwas. Wenn Camino etwas von mir wollte, hatte ich außer einer Backpfeife erst mal nichts zu befürchten. Der Revolverheld winkte mit seiner Luger, das Wieselgesicht drehte sich um und ging in den Flur. Ich folgte ihm seufzend, hinter mir schloss der Boxer die Tür und folgte uns, die Waffe in einer Jackentasche verborgen.

»Ich hoffe doch, ihr habt ein Auto? Ich will nicht schon wieder durch den Regen latschen«, murrte ich, als wir im Fahrstuhl nach unten fuhren.

»Wir haben eins«, antwortete der Boxer und grinste.

»Aber wir haben zwei Blocks entfernt geparkt.«

Ich verdrehte die Augen und wünschte mir, ich hätte heute meinen Flachmann mitgenommen.

Richard Camino besaß am Sunset Strip einige legale Musik- und Nachtclubs sowie illegale Casinos. Da nicht das Los Angeles Police Department für den Straßenzug zuständig war, sondern das etwas nachsichtigere Sheriff’s Department, blühte hier seit einigen Jahren das Nachtleben. Drummond Harper, Caminos rechte Hand, empfing uns am Hintereingang des Velvet Star, wie der Schuppen laut der Neonreklame hieß.

»Sehr schön«, brummte er zufrieden. Er hatte ebenso breite Schultern wie ich, aber schmale Hüften und eine Figur, die die Puppen reihenweise in Ohnmacht fallen ließ. Meine Hüften waren leider nicht mehr so schmal, und bei mir fielen sie eher wegen meines Gesichts in Ohnmacht. Harper schickte die beiden Raufbolde mit einer Handbewegung weg und winkte mir, ihm zu folgen.

»Waren diese beiden Albträume jeder Schwiegermutter wirklich nötig?«, fragte ich ihn, um nicht ganz kampflos aufzugeben. Wir gingen durch einen halbdunklen Lagerraum bis zu einer Eisentür.

»Camino ist nervös und hatte es eben eilig«, warf er mir über die Schulter zu, fummelte am Schloss herum und öffnete die schwere Tür.

Wir traten hindurch, und einen Gang weiter erwartete uns sein Boss.

Im Velvet Star

Harper klopfte an eine schlichte Bürotür aus Kirschholzimitat, trat ein, und ich folgte ihm auf dem Fuße. In dem fensterlosen Raum standen ein moderner Schreibtisch mit Glasplatte, ein voller Aschenbecher aus Glas und ein Ledersessel, aus dem sich dynamisch Richard Camino erhob und um den Tisch herum auf mich zukam.

Der Mann war dunkel, bis auf sein strahlend weißes Hemd. Schwarzer Anzug, blank polierte schwarze Schuhe, glänzende schwarze Haare – glatt und sorgfältig mit Pomade an den Kopf gekämmt. Ein kräftiges Kinn und gebräunte Haut gaben ihm ein sportliches Flair, nachdenkliche braune Augen und eine Hakennase zugleich etwas von einem spanischen Edelmann.

Als sich seine manikürten Finger zur Begrüßung um meine Hand schlossen, fiel mir der rhombenförmige Diamant an seiner Krawatte auf. Er war ähnlich geformt wie die Rhomben in den Kesseln der Roulettetische, an denen die Kugel ihren Kurs brach, und stank nach Geld. Ebenso wie der Stoff des Maßanzuges, der ihn fließend umschmeichelte.

Sein Händedruck war fest und warm, er lächelte, was er gerne tat, um sein perfektes weißes Gebiss zu zeigen. Genauso groß wie ich, knapp eins achtzig, klopfte er mir auf die Schulter, wie einem Freund, den er fünf Jahre nicht mehr gesehen hatte. Ich hätte nichts gegen diese fünf Jahre gehabt, aber leider bekam man nicht immer, was man sich wünschte.

»Greg, alter Freund, schön, dass du es einrichten konntest.« Ich hätte gern etwas Bissiges erwidert – aber Kundschaft sollte man nicht verärgern, und er schien gute Laune zu haben, das konnte nicht schaden. Ich wusste, wie schnell sich seine Stimmung ändern konnte. Er gab sich gern wie ein reicher Südstaatler, wollte als Gentleman gelten. Das Temperament seines südamerikanischen Vaters ließ diese Fassade aber meist schnell wieder bröckeln. Außerdem war ich neugierig.

»Hatte grade nichts anderes vor«, antwortete ich so neutral wie möglich.

Camino lachte und tippte mir munter auf den Arm.

»Das trifft sich ja gut, Greg, das trifft sich gut. Wir haben da nämlich ein kleines Problem, bei dem du uns sicher helfen kannst. Du mit deinen speziellen Talenten.« Ich nickte zwar, blieb aber skeptisch. Vor ein paar Jahren, ich war noch Polizist, hatte ich ihm einmal bei einer heiklen Sache geholfen. Seither betrachtete er mich als seinen Kumpel. Er war damals wirklich unschuldig gewesen, was die Angelegenheit für mich einfacher gemacht hatte, aber seitdem hatte ich ihn an der Backe. Wir verließen das Büro, Harper ging voraus, und gelangten in einen Flur mit einer Treppe am Ende.

Auf der untersten Stufe stand ein Junge von vielleicht acht Jahren. Er sah uns mit traurigen Augen entgegen und winkte schwach mit der rechten Hand. Seine Mutter hatte ihn ordentlich angezogen: Grüne Kniehosen, einen braunen Pullunder über einem weißen Hemd, saubere Lackschuhe und sogar eine kleine, gebundene Krawatte trug er. Lediglich das große, runde Loch in seinem Bauch störte etwas, durch das man die Treppenstufen dahinter erkennen konnte.

Harper und Camino ignorierten den Jungen völlig, was kein Wunder war. Nicht jeder konnte Geister sehen, und nicht jedem zeigten sie sich. Als wir die Treppe erreichten, verblasste er, und als wir die ersten Stufen betraten, verschwand er völlig, als wäre er über unsere Ignoranz beleidigt. Da der Junge niemanden störte und kaum jemandem auffiel, verriet ich ihn nicht. Wozu die Pferde scheu machen. Manche Geister verschwanden nach einer gewissen Zeit von selbst. Warum, wusste man nicht. Nur wenige wurden wirklich zur Belastung, nahmen aktiv Einfluss auf die Welt der Lebenden oder wurden gefährlich. Es waren oft Geister Ermordeter, die auf Rache aus waren und Menschen in Gefahr brachten. Doch gerade diese hatten es in sich. Um die kümmerte ich mich, wenn es nötig war.

Hinter der Treppe begann ein belebter Gang. Arbeiter liefen mit Getränkekästen und Fässern umher, Kellner trugen Stapel weißer Tischdecken oder Servietten, und eine Gruppe Showgirls lief in Bademänteln eilig zu ihrer Garderobe. Leise, schnelle Tanzmusik schwirrte umher, rollte vergnügt durch den Gang und ließ die Finger im Takt schnippen. Ich erkannte »Bei mir bist du schön« von den Andrew Sisters, ein beliebter Hit. Ein Handwerker im fleckigen Overall lief fröhlich, laut im Takt pfeifend, an uns vorüber.

Wir hielten vor einer Doppeltür, davor stand ein bulliger Kerl mit platter Nase, der bei unserem Auftauchen pflichtschuldig beiseitetrat. Ich sah seine Tätowierungen und schätzte, dass er schon mal gesessen hatte. Harper stieß die Flügel der Tür auf, und wir betraten einen Raum, in dem man sich normalerweise nur mit Smoking und Fliege aufhielt. Schwere Mahagonitische, blütenweiße Tischdecken, lederbezogene Stühle, Clubsessel in den Ecken, nagelneue Wandvertäfelungen, Art-déco-Kristallleuchter aus Glas und Chrom. Auf einer Anrichte mit Marmorplatte standen importierte, kristallene Flaschen und Gläser. Ich nickte anerkennend: Dies war Caminos bester Clubraum.

»Ist ja hübsch geworden«, sagte ich und blickte zu seinem Besitzer zurück, der im Türrahmen stehen geblieben war. Ein Streifen aus Eisen war kaum sichtbar in den Rahmen eingelassen, um Geister davon abzuhalten, durch die Tür einzudringen. Zumindest die, die eine Tür benutzten.

»Danke«, antwortete er mit einem schiefen Lächeln. »Aber wir haben mit diesem Raum ein kleines Problem. Harper wird es dir erklären. Mich erwarten noch wichtige Geschäfte. Wir sehen uns sicher, Greg.« Mit einem eleganten Schwung drehte er sich um und stolzierte davon, ganz wie der elegante Gentleman, der er zu sein glaubte.

Harper sah mich an, als hätte er in eine Zitrone gebissen. »Es war nicht meine Idee, Sie zu rufen, Low. Der Boss wollte es. Ich halte es für Unsinn, aber im Moment komme ich auch nicht weiter. Also sind Sie hier. Die Sache ist sehr wichtig, vermasseln Sie es nicht. Sie bekommen dreißig am Tag?«

Ich nickte überrascht. Ich stellte gewöhnlich fünfundzwanzig in Rechnung, aber man sollte Klienten nicht reinreden, wenn sie grade einen Lauf haben.

»Für dreißig erwarten wir aber auch etwas, Low. Mein Boss kann sehr großzügig sein, aber auch schnell auf die Palme gehen, wenn man ihn ärgert. Wir haben nicht viel Zeit, schauen Sie sich um. Ich warte hinter der Tür.«

Bevor ich noch Piep sagen konnte, hatte er bereits mit großen Schritten den Raum verlassen und die Tür zugeknallt. Milde überrascht kratzte ich mich am Hinterkopf. Wenn Camino und sein Pfennigfuchser bereit waren, mich hierher zu bringen, und mich auch noch bezahlen wollten, musste etwas im Busch sein. Ich zuckte mit den Schultern und schlenderte über den hohen Teppich zur Anrichte, goss mir etwas von einer bernsteinfarbenen und sicher sehr teuren Flüssigkeit in ein schweres Kristallglas und lehnte mich mit dem Rücken gegen das Möbelstück. In meinem Glas schwappte wahrscheinlich der Monatslohn eines Hafenarbeiters, trotzdem kippte ich den Fusel schnell hinunter und genoss für eine Weile das Brennen in der Kehle.

Dann ging ich langsam durch den Raum, sah mich genau um und öffnete meine Sinne. Wenn Camino ausgerechnet nach mir verlangte und nicht nach dem Kammerjäger, musste es einen Grund geben. Ich achtete auf Todesscheine – Reste von Lebewesen, die vor Kurzem ihren weltlichen Körper verlassen hatten. Sie hinterließen einen Lichtschein, den empfängliche Personen, so wie ich, sehen konnten. Die einen nannten es Seelen, die anderen Energiereste oder paraenergetische Teilchen. Was auch immer die Wissenschaftler dazu sagten, Genaues wusste man nicht, und ich sah, was ich sah.

Doch hier war nichts. Kein Todesschein, kein Geist, der sich heulend auf mich stürzte, kein Monster, das unter einem Tisch hervorkroch. Der Raum war sauber, soweit ich es beurteilen konnte. Sauber und ordentlich hergerichtet, so als würde man eine wichtige Gesellschaft erwarten. Ich stellte das leere Glas zurück auf die Anrichte und neben das alte Schachspiel, das dort ganz am Rande stand.

Es schien eine Antiquität zu sein und war sicher wertvoll. Das Spielbrett hatte eine gelbliche Patina, die Spielfiguren aus Elfenbein waren auf eine Art gefertigt, die hohe Kunstfertigkeit erkennen ließ. Alle Figuren standen in Reihen auf dem Brett, nur eine der schwarzen war um ein Feld vorgerückt. Aus einer Laune heraus schob ich sie zurück in ihre Reihe und sorgte so wieder für Ordnung. Soweit ich erkennen konnte, stellte sie einen Menschen dar, der einen Fuß vorgesetzt hatte, als wollte er einen Schritt gehen. Außer einem langen Lendenschurz trug er keine Kleidung, und auf dem Kopf hatte er eine seltsame, eckige Frisur. Andere Spielfiguren sahen aus wie sitzende Katzen, spitze Pyramiden oder Kerle mit Hundeköpfen.

Das ganze Spiel erinnerte mich in seiner Art an eine Ausstellung, in der ich vor Jahren gewesen war. Ägypten und Mumien oder so was Ähnliches. Camino gab gerne mit teuren Dingen an, Geschmack hatte er trotzdem nicht. Ich löste meine Aufmerksamkeit von dem alten Kram und sah mich noch einmal um, spürte meinen Empfindungen nach. Aber da war nichts, nicht mal eine tote Maus. Dabei gab es in einem Laden wie diesem genug Ungeziefer, egal welcher Spezies. Mein Verdienst würde sich dadurch allerdings schmälern. Ich seufzte innerlich, klopfte an einen Türflügel, und Harper öffnete selbst, mit einem langen, halb aufgerauchten Zigarillo im Mundwinkel.

»Was gibt’s?«

»Nichts!«

»Das kann nicht sein.«

Ich zuckte mit den Schultern und klopfte meine Taschen nach meinem Zigarettenpäckchen ab. »Da drin ist nicht mal der Geist einer toten Ameise. Aber wo ist eigentlich das verdammte Problem?«

»Das müssen Sie herausfinden, Low, als Profi. Und möglichst bis morgen Abend.«

Das war mir neu. Glaubte er, für dreißig Dollar konnte ich Wunder wirken? »Ich bin nicht Charlie Chan, der seinen Fall an einem einzigen Kinoabend löst und seine Söhne als Assistenten hat«, antwortete ich ärgerlich.

»Dann sollten Sie sich daran mal ein Beispiel nehmen. Aber reden wir nicht in diesem Gang weiter. Es gibt zu viele Ohren hier.«

Ein Paar Türen und Treppen weiter wurde es schlagartig laut und hell. Harper schloss eine Tür auf, die von unserer Seite wie eine gewöhnliche Tür, von der anderen Seite wie ein Teil der Wand aussah. Wir kamen im offiziellen Teil von Caminos Schuppen heraus, im hinteren Bereich, wo sich die Bar befand. Wäre es bereits Abend gewesen, ich wäre aufgefallen wie ein Müllmann im Golfclub. Schließlich hatte ich keine Zeit gehabt, mich in Schale zu werfen, und trug nicht meinen besten Anzug. Aber noch liefen keine Gäste im Smoking oder Abendkleid herum, nur Angestellte.

Camino stand am Tresen, einem monströsen Ding aus dunklem, poliertem Holz und Chrom. Er verabschiedete einen gedrungenen kleinen Mann in einem blauen Anzug und schäkerte dann mit dem Zigarettenmädchen, das einen Bauchladen voller Tabakwaren herumtrug. Sicherlich verkaufte sie viel, denn ihr Dekolleté war ebenso umfangreich wie die Auswahl an Rauchwaren. Als Camino uns entdeckte, verabschiedete er die lächelnde Wasserstoffblondine und lachte gönnerhaft. Da Harper hinter mir den Kopf schüttelte, änderte sich allerdings seine Laune.

Wir traten an die Bar, und ihr Besitzer hatte sich wieder im Griff und zeigte sein professionelles Lächeln. Der Barkeeper kam auf einen Wink seines Bosses, und ich bestellte trotz der frühen Stunde einen Bourbon mit Eis, während Camino einen Kaffee nahm und sich eine ansteckte. Ich klopfte auf der Suche nach Tabak wieder meine Taschen ab. Camino reagierte, wie ich gehofft hatte, er griff in seine Sakkotasche und hielt mir ein Etui hin. Es war aus Silber und enthielt eine Reihe langer brauner Zigaretten, südamerikanische aus Montevideo, wie auf der Banderole stand. Da mein Auftraggeber so schön mitspielte, gönnte ich mir eine davon, sie kosteten schließlich einzeln mehr als meine gesamte Schachtel Camel. Ich blies den Rauch durch die Nase und tat entspannt, während Harper neben mir immer nervöser wurde – und der Teint seines Bosses etwas dunkler.

»Schlag ins Wasser, der Raum war sauber«, sagte ich ruhig und griff nach meinem Bourbon.

Camino schnippte etwas Asche von seiner Zigarette in einen Ascher und betrachtete seine manikürten Finger. »Ganz sicher, Low?« Er sprach mit mir, sah aber Harper an, der mit den Schultern zuckte. Ich wurde neugierig, hier lief etwas, was die beiden Burschen nervös machte.

»Sind hier denn alle Geister außer Rand und Band?«, fragte ich in die Runde. »Worauf hätte ich denn achten sollen? Meine Informationen sind leider so dünn wie der Kaffee dort.«

Eine Bedienung näherte sich, von Harper herbeigewinkt, und nahm klappernd die leere Kaffeetasse und den halb vollen Aschenbecher mit. Sie schien nervös und etwas ungeschickt, daher sah ich genauer hin. Mein Blick fiel zuerst auf ihre wohlgeformten Waden unter ihrem knielangen Rock. Dann überraschte mich ihr Haar – es war braun, mit einem rötlichen Glanz. Sie lächelte mit einem roten Lippenstiftmund und hatte Grübchen, in denen man Murmeln hätte verstecken können. Sie sah gar nicht aus wie der übliche Typ von Serviermädchen, den Camino bevorzugte: blond mit Kulleraugen und etwas naiv.

Als sie wieder ging, sah ich dank der ihre Figur betonenden Kellnerinnenuniform, dass bei ihr alles den an Stellen war, wo man es sich wünschte. Ich blickte ihr noch eine Weile nach – ich war allerdings nicht der Einzige. »Die Blondinen werden auch immer rarer, vor allem die echten«, raunte ich Harper zu, der kurz zusammenzuckte, während Camino seine braune Zigarette im gläsernen Ascher ausdrückte.

»Kennst du jeden Spuk hier im Haus, Greg, wirklich jeden?«, fragte er mich.

»Ja, natürlich.« Das war zwar gelogen, ich kannte keineswegs alle, doch dazu hätte ich das ganze Gebäude besser kennen müssen. Aber alle »Spukgestalten«, wie Camino sie nannte, die ich kannte oder bisher wahrgenommen hatte – wie den Jungen mit dem Loch im Bauch -, waren harmloser Natur gewesen. Selbst die beinlose Indianerin, die letztes Jahr in der Küche aufgetaucht war, hatte keinen Schaden angerichtet. Bis auf einen verwirrten Koch und einige angebrannte Gerichte vielleicht. Ich wollte auch nicht gleich alle Karten auf den Tisch legen. »Der Raum war frei von Geistern«, bestätigte ich noch einmal. Mit einer Handbewegung wurde der Barkeeper weggeschickt, dann beugte sich Camino zu mir und senkte die Stimme.

»Wir brauchen den Saal für ein sehr wichtiges Treffen. Geschäftlich. Doch in den letzten Tagen kam es zu … Vorkommnissen.«

»Ah-ha«, sagte ich und kippte den Rest meines Bourbons hinunter. Allerdings übernahm nun Harper die weitere Erklärung.

»Insgesamt sind schon drei meiner Jungs in diesem Raum aus den Latschen gekippt. Einfach so. Einige behaupten auch, sie fühlten sich dort beobachtet und unwohl.«

»Einfach aus den Latschen gekippt?«, hakte ich noch einmal nach.

»Ja, sie lagen mitten im Raum oder an der Tür. Weggetreten, bewusstlos. Wenn auch nicht Lange. Und sie wussten hinterher auch nicht mehr, was passiert war. Wir haben sie natürlich gefilzt, auf Drogen und Alkohol, aber keiner hatte damit ein Problem.«

»Keiner unter ihren Angestellten raucht mal Marihuana?«

Er lehnte sich zurück und funkelte mich an. »Niemals. Leute, die Drogen nehmen, machen früher oder später Fehler. Die Behörden und die Konkurrenz lassen mich sowieso schon nicht aus den Augen. Da werden keine Fehler verziehen.«

»Ja, das Leben ist ein Haifischbecken et cetera, schon verstanden«, antwortete ich und drückte den Rest meiner Montevideo-Zigarette aus.

»Unsere mexikanische Putzkolonne weigert sich bereits, den Raum zu betreten, vor lauter Aberglauben. Wir müssen ihn aber bis morgen Abend tipptopp haben, Low.« Harper verzog das Gesicht, als wäre er persönlich von den Umständen beleidigt worden.

»Wurde etwas unternommen?«

»Wir haben jede Ecke geputzt und alles überprüft, jeden Stuhl umgedreht und Salz verstreut, aber nichts. Das Personal fühlt sich immer noch unwohl.«

»Alle?«

»Nein, nicht alle, nicht jeder. Aber ich kann nicht die ganze Belegschaft durch den Raum jagen, nur um zu sehen, wen es schüttelt und wen nicht.«

Ich nickte, obwohl ich nichts gegen diese Idee gehabt hätte. Ich wollte noch etwas fragen, da kam der Barkeeper zurück und flüsterte Harper etwas ins Ohr, was ihn zusammenzucken ließ.

»Es hat wieder einen erwischt!«, sagte er dann rau. Camino verdrehte die Augen und hämmerte mit einer Faust auf den Tresen. Dann stieß er sich schwungvoll von der blank polierten Platte ab und erhob sich.

»Sehen wir nach, Gentlemen.«

Durch die getarnte Tür ging es wieder zurück in das Gängelabyrinth des Casinos. Vor der Doppeltür des Clubraums stand natürlich ein grimmig dreinschauender Schläger, hinter ihm scharten sich einige Kellner in ihren gestärkten weißen Jacketts um einen liegenden Mann. Als sie ihren Boss herannahen sahen, schwirrten sie auseinander wie ein Fischschwarm vor einer Bugwelle.

Der Mann auf dem Boden war ebenfalls Kellner, sein Jackett wies einen dunklen Fleck an der Brust auf und stank nach Schnaps. Neben ihm befand sich eine dieser Kristallglas-Karaffen von der Anrichte, außerdem zwei Gläser, dank des dicken Teppichs unbeschädigt. Der Mann lag mit angezogenen Beinen vor uns, das Gesicht verkrampft, als litte er furchtbare Schmerzen, in seinen Augen war nur noch das Weiße zu sehen.

Camino starrte ihn nur unbewegt an, während Harper den Liegenden mit einem Fuß anstieß, um zu sehen, ob er reagierte. Ich warf hingegen einen Blick durch den Raum, öffnete alle Sinne, sah oder empfand aber wieder nichts Verdächtiges.

»Was hatte er hier zu suchen?« Caminos Worte flogen wie Peitschenhiebe umher und ließen die Kellner zusammenzucken.

»Er sollte neue Gläser bringen und die Flaschen mit den Drinks auffüllen«, nahm ihnen Harper zerknirscht die Antwort ab. Dabei fuchtelte er mit einer Hand vor den Augen des Opfers herum, das keine Reaktion zeigte.

»Vielleicht sollte man ihn in ein Krankenhaus bringen«, schlug ich vor. Harper winkte dem Schläger an der Tür, und zusammen mit einem der größeren Kellner trugen sie ihren Kollegen an Armen und Beinen hinaus.

»Finde heraus, was hier los ist, Greg.« Camino stapfte zornig aus dem Saal, jegliche Eleganz war verloren, und rollte davon wie ein Tumbleweed in der Wüste.

»Macht hier sauber, aber gründlich!«, wies Harper seine Leute scharf an, dann war ich an der Reihe.

»Sie haben es gehört, Low. Finden Sie etwas heraus. Stellen Sie meinetwegen hier alles auf den Kopf, meinen Segen haben Sie. Aber die Sache muss geklärt werden. Schleunigst.«

Ich hockte mich hin und betrachtete die Stelle, wo der Mann gelegen und Alkohol für zwanzig Dollar vergossen hatte. Ich fühlte am feuchten Fleck auf dem Teppich herum und versuchte, etwas zu erfassen. Lag es vielleicht an den Drinks? An den Flaschen? Von so etwas hatte ich noch nie gehört.

Harper ging neben mir ebenfalls in die Knie, kratzte sich geräuschvoll im Nacken und raunte mir dann etwas zu: »Hier geht es nicht nur um meinen Arsch, Low. Auch um Ihren. Um den vom Boss. Um alle Ärsche hier. Also strengen Sie Ihren schlauen Kopf an.« Ruckartig richtete er sich auf und stapfte energisch aus dem Raum. Ich blickte ihm nach und dann auf die zwei Kellner, die unschlüssig zurückgeblieben waren, wohl um hinter mir aufzuräumen.

Ich sah mir alles noch einmal an, die Gläser, Flaschen, Karaffen, die Anrichte aus poliertem Palisander und Chromgriffen, befühlte die Wand dahinter, klopfte, um eine versteckte Tür zu finden, aber nichts tat sich in meiner besonderen Wahrnehmung. Alles war normal und sauber. Immer noch kein Todesschein, kein Geist, kein Schatten, der lebendig wurde und uns angriff. Lediglich auf dem Schachspiel war etwas anders, eine der weißen Figuren, die wohl die Bauern darstellen sollten, war ein Feld vorgerückt. Wer immer diesen Schachspleen hatte, er sollte ihn ausleben, ich ließ die Figur unangetastet.

Ich gab den beiden Kerlen, die ungeduldig warteten, einen Wink und ging ebenfalls. Grübelnd schlug ich mich durch die Gänge. Der arme Kellner war vielleicht nur deshalb auf dem Boden gelandet, weil ich zuvor eine der Flaschen angezapft hatte, die er jetzt hätte auffüllen sollen. Das machte mir etwas zu schaffen. Dabei hatte sein Gesicht durchaus den Eindruck gemacht, als hätte er einen Geist gesehen. Aber nicht der Hauch seiner Präsenz war spürbar gewesen!

Mein Instinkt hatte mich inzwischen sicher zur verdeckten Tür geführt. Ich ging hindurch zur Bar und bestellte mir auf Rechnung des Hauses einen Baccardi. Harper ließ mir freie Hand. Also warum nicht damit anfangen? Ich konnte jetzt einen Drink vertragen, vor allem, da die bekannten Kneipen jetzt noch geschlossen hatten.

Lunchtime

Kurz nach Mittag verließ ich den Laden, mein Magen knurrte, ich hatte zu viel teuren Fusel intus und zu wenig billiges Essen, was keine gute Mischung war. Außerdem gingen mir Harpers strenge Blicke auf die Nerven, er erwartete wohl, dass ich in diesem Saal auf Knien herumrutschte und böse Geister beschwor.

Ich bestellte mir ein Taxi, da ich auf die Fahrdienste von Caminos Schlägern verzichten wollte. Am Wilshire-Boulevard aß ich in Simons’s Drive-in-Restaurant, einem neumodischen Laden, der aussah, als hätte man in einen Stapel Kekse einen Stiel gerammt und Neonlichter drangepappt. Aber dort schmeckte es hervorragend.

Auf dem Weg dorthin sah ich immer Todesscheine am Wegesrand. Einmal sogar mitten auf der Straße – doch den kannte ich, hier war vor zwei Tagen ein Hund überfahren worden. Meine Sinne funktionierten und waren überempfindlich durch den Alkohol, der meine normale Wahrnehmung dämpfte, aber das Erkennen von Geistern erleichterte. Todesscheine von Hunden, Katzen und ein paar Menschen tauchten am Wegesrand auf wie die Blitzlichter von Pressefotografen. An einer Ecke stand ein uralter Ford Modell T mit vier starren, durscheinenden Menschen, die mit stummen Blicken durch mich und alle anderen Lebenden hindurchsahen. Sie mussten vor vielen Jahren hier verunglückt sein.

Manchmal schien mir diese Stadt mehr aus Toten als aus Lebenden zu bestehen. L.A. war eigentlich ein großes, verwirrendes Puzzle, keine gewachsene Metropole wie die in Europa. Hier gab es alles und nichts, direkt nebeneinander. Viele Menschen fühlten sich hier verloren – und den Geistern schien es nicht anders zu gehen. Meine Sinne waren weit auf Empfang – und das nervte. Ein Melt-Sandwich, ein Hamburger und starker Kaffee stellten die Verhältnisse wieder her.

Vor dem Fenster wanderte der Geist einer langen, dünnen Frau im Kreis um einen Baum, im Tageslicht kaum zu erkennen. Ich beachtete sie nicht weiter, die anderen Gäste und Passanten nahmen sie gar nicht wahr, dafür war es noch zu früh. Geister dieser Art bemerkten Menschen gewöhnlich nur nachts. Dafür schaute ein älteres Ehepaar, das aussah wie ein Arzt in Ruhestand mit seiner Ehefrau, gespannt aus dem Fenster. Ich warf einen schnellen Blick auf die Uhr über der Ausgabetheke, die nach der Comicfigur Felix the Cat geformt war und im Sekundentakt lustig mit den Glasaugen wackelte. Sie zeigte genau ein Uhr an. Dann war es wohl wieder so weit.

Missmutig sah ich ebenfalls aus dem Fenster und kaute auf einem Stück Sandwich herum. Auf dem Parkplatz erschien wie aus dem Nichts ein Reiter auf einem schwarzen Pferd. Er war wie ein spanischer Edelmann gekleidet und hielt in einer Hand einen gezogenen Degen, mit dem er in der Luft herumwedelte. Er ließ sein Pferd eindrucksvoll auf die Hinterhand aufsteigen, dann setzte er zum Galopp an und verschwand wieder im Nichts, wie ein Nebel, der sich in der Sonne auflöst.

Das Ehepaar unterhielt sich aufgeregt, und beide schienen begeistert zu sein, auch einige andere Gäste hatten neugierig aus dem Fenster gesehen, während andere den Kopf geschüttelt oder es ignoriert hatten. Ich hätte diesen Mexikaner längst beseitigt, auch wenn er eine sehr starke Erscheinung und für jeden sichtbar war, aber der Besitzer des Restaurants liebte dessen Vorstellung, weil sie zusätzliche Gäste anlockte. Ich mochte diese Art der Ausnutzung von Geistern nicht. Dieser Reiter war sicher nicht aus dem Jenseits – oder woher auch immer – zurückgekehrt, um hier zur Zirkusnummer zu werden.

Bei der dritten Tasse schwarzer Brühe ließ ich mir meinen Fall noch einmal durch den Kopf gehen. Boss Camino schien ein Problem zu haben und wusste nicht, welches. Was wieder mein Problem werden sollte. Der umgekippte Kellner hatte schlimm ausgesehen, und ich hoffte, seine Kollegen hatten ihn wirklich in ein Hospital gebracht und nicht mit Steinen in den Taschen zum Hafen. Das würde ich noch überprüfen. Was mich wurmte, war, dass ich nichts gespürt hatte. Weder Todesscheine noch Geister oder übernatürliche Erscheinungen und Wesen.

Es gab Dinge, da waren sich selbst die Eierköpfe der staatlichen Behörde nicht sicher, ob sie noch ins Reich der Geister gehörten oder nicht. Draußen, außerhalb der Stadt bei Montebello, hatte ich einen mörderischen Hexengeist auslöschen müssen. Ich wusste bis heute nicht, ob es nur ein besonders schlecht gelaunter Geist oder etwas ganz anderes gewesen war. Meiner Meinung nach gab es noch mehr da draußen als nur harmlose Spukgestalten wie den Jungen mit dem Loch im Bauch, verwirrte Seelen frisch Verstorbener oder Todesscheine, die rasch von selbst verloschen. Aber das wurde in der Öffentlichkeit nur selten thematisiert. Die Menschen wollten wissen, wenn etwas Schreckliches passierte und sich darüber die Mäuler zerreißen, aber über eine Gefahr für sich selbst? Darüber wollte niemand nachdenken.

Bei Camino schien aber die Luft rein zu sein, dazu hatte er Eisen in der Tür und den Raum mit Salz ausgestreut, da hätte es irgendeine Reaktion geben müssen – es sei denn, sie war zu gering, als dass normale Menschen sie bemerkten. Aber dann hätte es auch keinen der Angestellten so umgehauen. Und wozu genau er den Raum eigentlich brauchte, hatte mein aalglatter Auftraggeber auch nicht verraten. Aber das war rauszukriegen. Ich war Detektiv und nicht auf den Kopf gefallen. Irgendetwas war jedenfalls im Busch.

Ich verließ den unbequemen Stahlhocker im Simon’s, zahlte und ging in den nächsten Drugstore, um einige Telefonate zu führen. Vor allem mit Harry, meinem Automechaniker. Er musste sich meinen Wagen ansehen, schließlich brauchte ich einen fahrbaren Untersatz. Er reparierte meinen Chevrolet umsonst, seit ich ihm bei einem kleinen Problem mit seiner Schwiegermutter geholfen hatte. Diese hatte jeden Morgen am Frühstückstisch gesessen, was die Familie ziemlich irritiert hatte, da sie eigentlich schon seit drei Jahren verstorben war. Er hatte es eine Zeit lang ignoriert, aber seine Frau hatte nach drei Monaten mit der Scheidung gedroht. Und da er nicht viel Geld hatte, legten wir diesen kleinen Handel fest, bei dem er langsam den Kürzeren zog, vor allem da der Eagle immer mehr Macken bekam.

Eine Bahn zum Hollywood Boulevard erwischte ich so grade noch und betrat zum zweiten Mal an diesem Tag mein Büro. Sonnenstrahlen schienen hell und dick durch die Schlitze der Jalousien, torkelten über Möbel und Wände, als hätten sie ein Eigenleben. Zumindest waren sie lebendiger als meine Zimmerpflanzen, die ich wieder mal zu gießen vergessen hatte. Zum Glück warteten diesmal keine Aushilfsboxer oder Möchtegernganoven auf mich, um mich irgendwohin zu schleifen.


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